VW Lupo 3L 1.2 TDI

das erste vollwertige & in Serie produzierte Dreiliterauto der Welt.

Der 3-Liter-Lupo mit seinem beeindruckenden tech­nischen Gesamtkonzept, mit seiner sehr guten Motor­charakteristik, mit dem überzeugenden Innenraum­design, der erstaunlichen Innenraumgröße sowie dem modischen sequenziellen Getriebe, versteckt seine Qualitäten und ist ein Geheimtipp für Insider. Von außen kann ihm nicht angesehen werden, was in ihm steckt.
Der 3-Liter-Lupo bringt zusammen, was normalerweise nicht zusammen gehört: Autofahren und Ökologie, Ökologie und High-Tech, High-Tech und …
EcoTopTen Endbericht PKW 2004 (S. 68-72)

Mit einem Drittelmix von 3,0 Litern Diesel auf 100 Kilometern setzte der Lupo 3L schon vor mehr als 10 Jahren neue Maßstäbe in der modernen Fortbewegung.
Vierfach auf niederigen Spritverbrauch optimiert:

  1. Konsequente Gewichtseinsparung
  2. Innovative Antriebstechnologie
  3. Verminderung des Rollwiderstands
  4. Reduzierung des Luftwiderstands

Ø 3,0 L / 100 km

Datenblatt

Abmessung (L x B x H)3,53 m x 1,62 m x 1,46 m
AntriebsartFrontantrieb
AufladungTurbo-Aufladung
Beschleunigung 0–100 km/h13,5 sec
CO2-Ausstoß81 g / 100 km
Damaliger Neupreisca. 15.000 €
Getriebesequenziell, 5-Gang-Automatik
Gewicht830 kg
Höchstgeschwindigkeit200 km/h
Hubraum1191 cm³
Kofferraumvolumen130l – 830 l
KraftstoffartDiesel
Leistung (Sport)61 PS / 45 KW bei 4000 U/min
Leistung (ECO)45 PS / 33 KW bei 3000 U/min
Luftwiderstandswert0,29
Max. Drehmoment (Sport)140 Nm bei 1800 U/min
Max. Drehmoment (ECO)120 Nm bei 1600 U/min
Motor-Bauart3-Zylinder-Reihenmotor
Motor-TypTurbodiesel-Direkteinspritzer
Tankinhalt34 L
Verbrauch (außerorts)2,7 L/100 km
Verbrauch (innerorts)3,3 L/100 km
Verbrauch (kombiniert)3,0 L/100 km

Das Aggregat

Motor

Als erster Dieselmotor aus dem Volkswagenkonzern besitzt der 3-Liter-Lupo einen Zylinderblock aus Aluminium, was eine konsequente Reduzierung des Gewichtes nach sich zieht.
Das Pumpe-Düse-Einspritzsystem bewirkt nicht nur einen niederigen Spritverbrauch sondern auch wenige Schadstoffemissionen (81 g CO2/km) und geringe Verbrenngeräusche.
Die Abgasnachbehandlung wird durch zwei Oxidationskatalysatoren und eine Abgasrückführung perfektioniert und trägt ebenfalls zum niedrigen Stickoxid-Ausstoß bei.
Die Leerlaufdrehzahl wird vom Motorsteuergerät bei Fahrten > 13 km/h von 850 U/min auf 770 U/min geregelt um den Schadstoffausstoß sowie den Kraftstoffverbrauch zu reduzieren.
Die Namenserweiterung „1.2 TDI“ sagt alles weitere Nennenswerte über das Aggregat aus: ein Hubraum von 1191 cm³ und eine Turbo-Aufladung kann der 3L sein Eigen nennen.

Leistung

Bei einem Gewicht von nur 830 kg stehen dem 3L ganze 61 PS zur Verfügung und somit kommt er auf einen Kampfwert von 14 Kilogramm pro PS.
Schon bei 1800 U/min liegen 140 Nm auf der Vorderachse an und lassen den Lupo 3L vor allem im niederigen Drehzahlbereich flott voran­kommen.
Allgemein ist die Drehzahl sehr gering: bei 180 km/h läuft der Motor mit nur circa 3500 U/min – andere Autos fahren da erst 100 km/h.
Befindet er sich im Sport-Modus wird die volle Leistung abgerufen und die Schaltintervalle der sequenziellen 5-Gang-Automatik verlängern sich. Das ist vor allem bei Überholvorgängen unerlässlich und nur somit sind Geschwindkigkeiten bis 200 km/h drin.
Spritsparend geht es im Eco-Modus voran: die Leistung wird durch das Motorsteuergerät gedrosselt und die Schaltintervalle verkürzen sich.

Der Innenraum

Ausstattung

Den Begriff „Ausstattung“ sollte man beim Lupo 3L vorsichtig an­wenden: Serienmäßig gabs nur wenig inklusive.
2 Airbags, ein „Bordcomputer“ und ABS zählen wohl zu den Highlights die schon im ersten Jahrgang ab Serie verbaut wurden. Ab 2002 bekam jeder 3L serienmäßig ein abschaltbares ESP hinzu.
Spritschlucker wie Klimaanlage, elektrische Fensterheber oder heizbare Sitze gabs nur gegen Aufpreis zu erwerben. Eine zu der Zeit äußerst innovative Start-Stop-Automatik wurde zwar serienmäßig verbaut, aber nur wenn man auf die optionale Servolenkung verzichten wollte.
Die fehlende Seitenverkleidung gibt dem sonst durchwegs gut ver­arbeiteten Innenraum einen leicht bitteren Beigeschmack. Hier greift wohl nicht der Grundsatz „Material gespart = Gewicht gespart“ sondern deutet wohl eher auf Einsparungen bei den Produktionskosten hin.

Größe

Eine Länge von nur 3,5 Metern ist zwar für den Stadtverkehr und die Parkplatzsuche von großem Vorteil, schränkt aber auch die Größe des Innenraums stark ein.
Als Kofferraum kann man das 130 Liter fassende Endstück schlecht bezeichnen: Um beim Einladen eines Kasten Bieres erfolgreich zu sein muss man die Rückbank umklappen. Dann stehen einem jedoch ganze 830 Liter zur Verfügung was für den Großeinkauf einer fünfköpfigen Familie problemlos reicht.
Auf dem Fahrer- und Beifahrersitz hat man dagegen mehr als ausreichend Platz: Selbst ein 1,90 Meter großer Mensch hat genügend Beinfreiheit und sein Kopf ist noch weit vom Dach entfernt.
Je nachdem welche Platzansprüche der Fahrer und Beifahrer hat sieht die Beinfreiheit auf den Rücksitzen aus.

Das Fahrwerk

Reifen/Lenkung

Die speziellen Leichtlaufreifen (14 Zoll) tragen zum einen zur Verringerung des Rollwiederstandes bei, zum anderen wird durch die Aluminiumfelgen (fälschlicherweise oft als Magnesiumfelgen bezeich­net) das Gewicht reduziert.
Auch aerodynamische Vorteile bietet das Fahrwerk des 3L: Im Gegensatz zum herkömmlichen Lupo besitzt es eine 10 mm Tieferlegung (=bessere Umströmung des Unterbodens) sowie eine strömungsgünstige Außenkontur der Felgen.
Die Fahrtrichtung wird durch das 3-Speichen-Sportlenkgrad aus reinstem Magnesium bestimmt. Es schließt an die neu entwickelte elektro-mechanische Servolenkung an: Im Gegensatz zu der hydraulischen Servolenkung ist sie leichter, benötigt weniger Kraftstoff und arbeitet nur dann wenn der Fahrer sie benötigt.

Achsen

Die Vorderachse besteht größtenteils aus Aluminium und erreicht somit eine Gewichtsreduzierung um 25 % im Vergleich zum „normalen“ Lupo. Positive Auswirkungen auf die Aerodynamik hat vor allem die Spurverbreiterung um 33 mm an der Vorderachse, welche somit perfekt mit der Außenkontur der Felgen sowie der Form der Karosserie zusammenarbeitet.
Die Bremsen wurden an die Bedürfnisse des 3L angepasst: Die vorderen innenbelüfteten Scheibenbremsen sind nun 4 kg leichter und der Bremssattel ist aus Aluminium. An der Hinterachse kommen ultraleichte Aluminium-Bremstrommeln (ohne Stahlkern!) aus be­schichtetem Matrix-Aluminium zum Einsatz.
Die Hinterachse wurde allgemein zu leicht entwickelt: Zur Gewichts­verteilung wurden bis 2002 Gegengewichte aus Gusseisen (18 kg) im Heck plaziert, ab Modelljahr 2002 fand dort die Batterie ihren Platz.

Die Karosserie

Aerodynamik

Der Lupo 3L besitzt mit einem Luftwiderstandswert von nur 0,29 perfekte Gleiteigenschaften.
An der Front bietet der verlagerte Kühllufteinlass sowie ein kleiner Spoiler an der vorderen Stoßstange keine Angriffsfläche für den Fahrtwind. Des Weiteren ergeben sich durch kleinere Formänderungen an Motorhaube und Heckklappe bessere Strömungskanten die durch die Einhaltung von kleinsten Spaltmaßen perfektioniert wird.
Seitlich sorgen die neu gestalteten Seitenschweller mit den Abweiss­kanten um die Hinterräder für einen bessere Strömungsfluss.
Durch den Heckdiffusor am hinteren Stoßfänger werden die Hinterräder besser umströmt und der Unterdruck (Haftung vom Fahrzeug zur Fahrbahn) wird verstärkt.

Gewichtsreduzierung

Die Verwendung von leichteren Werkstoffen erzielt eine Einsparung von 51,9 kg gegenüber dem „normalen Lupo“ im Bereich der Karosserie.
Leichtbauweise heißt im Fall des 3L dass Anbauten zum vollverzinktem Grundgerüst aus Aluminium oder Magnesium bestehen und somit ebenfalls perfekt zum Korrosionsschutz beitragen.
Türen, Motorhaube und Heckklappe wurden durch Leichtbauweise mit Aluminium (oder Magnesium-Aluminium-Verbundstoff) 30%, 40% und 45% leichter. Um leichte Übersteuertendenzen zu unterbinden wurde ab 2002 die schwerere Stahlheckklappe des normalen Lupo verbaut.
Alle Scheiben bestehen aus einer speziellen Sicherheits-Dünnglas-Technik welche eine Gewichtsreduzierung ohne Sicherheitsrisiko bewirkt.

Der Verbrauch

Vision

Der 3-Liter-Lupo wurde von Volkswagen als erstes Dreiliterauto der Welt vorgestellt. Da die Automobilindustrie schon des öfteren solchen Ansagen machte stellt sich die Frage ob der angegebene Durchschnitts­verbrauch von 2,99 Liter auf 100 Kilometern nur ein Werbeversprechen war oder ob solch ein Traumwert für jedermann im täglichen Gebrauch umzusetzen ist.
Bei den niederigen Spritpreisen während der Verkaufszeit amortisierte sich der 3-Liter-Lupo in seiner Lebensdauer so gut wie nicht, daher gingen nichtmal 30.000 Exemplare über den Ladentisch.
Laut der Lupo3L-Liste auf Spritmonitor liegen die meisten der dort aufgeführten Autos weit über dem angepriesenen Wert. Ein Gesamt­durchschnittsverbrauch von 3,7 Litern ist mehr als ernüchternd.
Wenn man jedoch ein paar kleine Tipps beherzigt und seinen Verstand einschaltet sind Werte um 3,0 Litern für jeden 3L machbar:

  1. Reifendruck erhöhen: Die im Tankdeckel angegebene Zahl ist nur der Mindestwert an Luftdruck.
  2. Prinzip „Segeln“: Automatisches Auskuppeln im ECO-Modus aus­nutzen. Nur Luft- und Rollwiderstand verlangsamen die Fahrt.
  3. Intelligentes Fahren: vorausschauend fahren, Ampelschaltungen nutzen, keine Beschleunigunsduelle etc.
  4. Kurzstrecke vermeiden: schont Material & Kraftstoff.

Realität

Hier fließen ausschließlich meine eigenen Erfahrungen und die Verbrauchswerte meines Lupo 3L mit ein.
In den Wintermonaten ist der Verbrauch um circa 0,4 Liter mehr als im Sommerbetrieb. Das liegt vor allem an den niederigen Temperaturen (Betriebstemperatur wird nur langsam erreicht), aber auch Aspekte wie Heizung, Stahlfelgen oder Verkehrsprobleme tragen zu einem erhöhten Verbrauch bei.
Bei spritsparender Fahrweise erreiche ich auf einer Strecke die zu je einem Drittel aus Stadt, Bundesstraße und Autobahn besteht einen Durchschnitts­verbrauch von 3,0 Litern.
Im Stadtverkehr geht je nach Verkehrsaufkommen der Verbrauchswert auf bis circa 3,5 Litern hoch. Aber auch hier kann man z.B. durch Fahren bei 60 km/h im fünften Gang einen Verbrauch von 2,0 – 2,5 Litern erzielen.
Die meist überdurchschnittlichen Werte Innerorts kann man durch Fahrten auf Bundesstraßen wettmachen: man bewegt sich hier fast ausschließlich zwischen 2,6 – 3,0 Litern.
Autobahnfahrten pendeln je nach Geschwindigkeit um circa 3,3 Litern. So verbraucht man beispielsweise bei 180 km/h um die 5 Liter – sowas macht natürlich den schönen Durchschnitt kaputt.
So kommt man mit einer Tankfüllung (ausgehend von 30 Litern) in den kalten Wintermonaten 700 – 900 km, in den Sommermonaten durchaus auch 900 – 1100 km weit.

Galerie

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Durch die 10-mm-Tieferlegung und der hochgezogenen Front wirkt der Lupo 3L vor allem von der Seite etwas bulliger.

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Kofferraumvolumen: 130 Liter sind zwar für einen Kasten Bier zu wenig, für den kleinen Einkauf aber dennoch ausreichend.

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Wie auf Stelzen: Die Leichtlaufreifen passen zum unsportlichen äußeren Charakter des 3-Liter-Lupos.

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Qualität und Verarbeitung stimmen: Armaturenbrett mit über­sichtlicher Anordnung aller Schalter und Anzeigen.

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Der Unterschied zum „normalen“ Lupo: Die eckigen Blinker und der geschlossene Kühllufteinlass verraten ihn.

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Edel: Die sequenzielle 5-Gang-Automatik mit Tip-Tronic-Funktion

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Gewichtsverteilung: Batterie im Heck platziert (ab 2001)
Gewichtsreduzierung: Reifenpannenset anstelle eines Ersatzreifens

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Erkennungsmerkmal der Rückseite: Heckdiffusor und Seiten­schweller mit speziellen Abweiskanten lassen ihn breiter wirken.

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Blick auf das Aggregat des Lupo 3L

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Einziger Manko: Die fehlende Innenraumverkleidung schreit nach Produktionseinsparungen und ist bei einem Neupreis von circa 15.000 € nicht gerechtfertigt.

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Im linken Rundinstrument befindet sich die Drehzahlanzeige sowie der hilfreiche „Bordcomputer“, auf der rechten Seite findet der Tacho, die Kilometeranzeige und die Ganganzeige Platz.

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Summa Summarum: Thumbs Up für den 3-Liter-Lupo ^-^